Willkommen auf der Website der Gemeinde Magden



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen

Naturwaldsreservat Sunneberg mit Bergrestaurant und Aussichtsturm

Adresse4312 Magden

Bild: Naturreservat Sonnenberg
Naturpark Sonnenberg


Beschreibung
Waldstandort
Ueber dem harten Kalkgestein bildeten sich flachgründige, skelettreiche Böden, auf denen heute fast reine Buchenwälder stocken. Auf den weichen Kalkgesteinen haben sich tonreiche, tiefgründige Böden entwickelt. Hier stehen wüchsige Buchenmischwälder. Neben der vorherrschenden Buche weisen auch Esche, Ahorn und Eiche bedeutende Anteile in den Baumholzbeständen auf.

Zahlen zum Reservat
Die Waldreservatsfläche beträgt total 271 Hektaren. Diese verteilt sich auf 192 Hektaren Eichenwaldreservat, 48 Hektaren Naturwaldreservat, 30 Hektaren Sonderwaldreservat und 1 Hektare Freizeit- und Erholungszone. Zwei weitere kleinflächige Naturwaldreservate (Altholzinseln) befinden sich im Gebiet Schönenberg (Zeiningen 8 ha und Maisprach 1 ha) Die Waldreservatsfläche des Sunnebergs verteilt sich auf die Ortsbürgergemeinden Möhlin (216 ha) und Zeiningen (20 ha) im Kanton Aargau und auf die Gemeinde Maisprach (35 ha) im Kanton Basel-Landschaft. Die Flächen sind im Kanton Aargau auf 50 Jahre, im Kanton Basel-Landschaft unbefristet geschätzt.

Eichenwaldreservat
Eichen werden 1000 Jahre alt und bilden mächtige Baumgestalten. Jahrhunderte lang wurden Eichen im Mittelwald gefördert. Die Hausschweine suchten im Wald Eicheln. Eichenrinde war zum Gerben von Leder unentbehrlich und das dauerhafte Holz fand Verwendung im Bau. Unter den weitständigen Eichen gewann man Brennholz. Mit der Ueberführung in einen geschlossenen Hochwald wurde der Wald dunkler und ärmer an Eichen. Heute stehen im Waldreservat noch 1000 alte Eichen als Zeugen des früheren Mittelwaldes. 925 alte Eichen sind bis ins Jahr 2050 geschützt und bieten dem bedrohten Mittelspecht Lebensraum. Durch Begrünung neuer eichenreicher Jungwaldbestände wird der notwendige Eichennachwuchs gefördert.

Naturwaldreservat
Im oberen Teil des Sunnebergs wurde ein 48 Hektaren grosses Naturwaldreservat (Totalwaldreservat) geschaffen. Hier unterbleiben jegliche Holzernte- und Pflegeeingriffe zu Gunsten einer natürlichen Waldentwicklung. Im Gegensatz zum bewirtschafteten Wald sind im Naturwald die Kreisläufe geschlossen. Viele Tier- und Pflanzenarten sind auf Alt- und Totholz angewiesen und erhalten im Naturwaldreservat wertvollen Lebensraum. Für den Menschen liegen Ertrag und Nutzen des Naturwaldes im "Teilhaben" an der Vielfalt und Schönheit des urtümlichen Waldes.

Sonderwaldreservat
In der Sonderwaldreservatsfläche sind spezifische Massnahmen (Pflege und Holzschläge) zur Förderung seltener Arten erforderlich, z.B. Lichtungshiebe. Waldränder werden stufig gepflegt, offene und lichte Flächen wie Steinbrüche und Wegböschungen zugunsten wärmeliebender Tier- und Pflanzenarten erhalten. Reptilien lieben diese Standorte.

Freizeit und Erholung
Der Sunneberg ist ein beliebtes Naherholungsgebiet mit dem bekannten Aussichtsturm auf dem Berggipfel. Die Waldstrassen, Wanderwege und Rastplätze im Waldreservat Sunneberg werden unterhalten und stehen der Freizeit- und Erholungsnutzung zur Verfügung. Das Radfahren und Reiten ist nur auf befestigten Waldstrassen erlaubt.

Tiere zu entdecken
Das Waldreservat beherbergt eine grosse Anzahl Tiere. So kommen im Sunneberg die sechs Spechtarten Mittelspecht, Kleinspecht, Grauspecht, Grünspecht, Buntspecht und Schwarzspecht, der Pirol, die Bechsteinfledermaus, der Baummarder und der Hirschkäfer vor. Der seltene und gefährdete Mittelspecht ist auf grossflächige, eichenreiche Laubmischwälder angewiesen. Mit der Schaffung des Waldreservates Sunneberg wird dem Verschwinden des bedrohten Spechts entgegen gewirkt.

Mittelspecht (Dendrocopos medius)
Der Mittelspecht gilt als ausgesprochener Habitatsspezialist. In der Schweiz befinden sich im Raum Basel und im Zürcher Weinland die grössten Vorkommen. Er bevorzugt Auenwälder, natürliche Eichenwälder und Buchenwälder in der Zerfallsphase.

Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteini)
Die Bechsteinfledermaus bewohnt im Sommer Baumhöhlen in alten Buchen oder Eichen. Sie lebt sehr heimlich und wechselt ihren Schlafplatz alle 5 – 8 Tage. Ihre Nahrung jagt sie nicht in der Luft, sondern auf Blättern und Rinden der Bäume sowie am Boden.

Hirschkäfer (Lucanus cervus)
Der Hirschkäfer ist die grösste Käferart der Schweiz. Die holzfressenden Larven entwickeln sich während 5 bis 6 Jahren in morschem Holz alter oder abgestorbener Eichen. Die maximal einige Wochen lebenden Käfer ernähren sich von Baumsäften.

Der Natur auf der Spur
Erleben sie das Waldreservat hautnah: mit einer Wanderung entlang des Naturlehrpfades: Sie starten beim Talmattweiher und durchqueren von dort aus auf gut befestigten Wegen den imposanten Eichenwald. Lauschen Sie bei der Rotenäderich Hütte oder beim Waldhaus Möhlin dem Gespräch der knorrigen Bäume. Sie erzählen Ihnen Geschichten von weidenden Schweinen oder frierenden Soldaten im Krieg. Von der 5. Weghütte steigt der Weg an und sie gelangen ins Herzstück des Waldreservates: das 48 Hektaren grosse Naturwaldreservat. Alte Bäume stürzen hier in sich zusammen, werden durch Pilze, Insekten und Mikroorganismen zersetzt und dienen so dem Wald wieder für neues Leben. Nach einem kurzen Aufstieg erreichen sie das Ziel ihrer Wanderung, den Sonnenbergturm.

Die Gemeinde Möhlin sanierte im Jahr 2003 zusammen mit dem Natur- und Vogelschutzverein und der Forstequipe den Talmattweiher.

Grosse Eichen in ihrer unverwechselbaren Form begleiten Sie auf Ihrer Wanderung.

Das Waldhaus Möhlin ist ein beliebter Ort für kleine und grössere Feste. Für Auskünfte oder Reservationen melden Sie sich bitte bei der Gemeinde Möhlin. 061 855 33 02

Die 5. Weghütte ist das Zentrum des Naturlehrpfades. Hier erhalten Sie aktuelle Informationen zum Gebiet. Der originelle Holzunterstand bietet Schutz vor Wind und Regen.

Der Sonnenbergturm ist das ganze Jahr frei begehbar. Die Aussicht in den Schwarzwald und den Faltenjura ist atemberaubend. An Sonntagen und ausgewählten Feiertagen werden Sie von den Naturfreunden Möhlin bewirtet

zur Übersicht


Druck Version PDF